Jeder Inkubator beginnt auf die gleiche Weise: Jemand gibt ihm einen Namen. Diese Entscheidung wirkt klein neben der Arbeit, die folgt, ein Regelwerk, die erste Mitgliederrunde, eine Arbeitsweise, aber sie geschieht zuerst und filtert alles, was danach kommt. Menschen entscheiden in Sekunden, ob ein Name für sie ist, und sie überdenken diese Entscheidung selten noch einmal.
Die folgende Prüfung dauert etwa eine Minute, egal welchen Namen man erwägt. Sie schreibt den Namen nicht für einen, aber sie zeigt, Punkt für Punkt, wo ein Name noch die Arbeit eines Entwurfs leistet und noch nicht die Arbeit einer Einladung.
Ein guter Name benennt ein Ziel, kein Fachgebiet. Er ruft einen Menschen, keine Berufsgruppe.
Die Elf-Punkte-Prüfung
1. Ein Thema
Ein konkretes Ziel, kein Bündel davon. Ein Inkubator, der um ein einziges Thema aufgebaut ist, lässt sich in einem Satz erklären; einer, der um mehrere aufgebaut ist, erklärt am Ende keines davon gut.
2. Ein Ziel, kein Fachgebiet
Der Name sagt, was die Gruppe erreichen will, nicht das ganze Feld, in dem sie arbeitet. „Abfall" ist ein Fachgebiet. „Die Hälfte des Abfalls bis 2030 recycelt" ist ein Ziel.
3. Ein Ergebnis, kein Werkzeug und kein Dokument
Kein „Strategie", „Plan" oder „Reform" im Namen. Das ist das Arbeitsergebnis der Gruppe, nicht ihre Identität, und wer das Dokument statt des Ergebnisses benennt, begräbt den Sinn des ganzen Vorhabens.
4. Konkret und messbar
Wo eine Zahl ehrlich ist, sollte man sie nutzen. Ein Name mit einem Datum oder einer Menge ist ein Versprechen, für das eine Gruppe zur Verantwortung gezogen werden kann, und diese Verantwortlichkeit macht ihn glaubwürdig.
5. Die Sprache der Bürger, nicht der Fachleute
Sag, was ein Mensch fühlt, nicht, was in einem Lehrbuch steht. „Kreislaufwirtschaft" ist für einen Fachmann präzise und für fast jeden anderen unverständlich.
6. Keine Abkürzungen
Ein Name sollte auch für jemanden außerhalb des Fachgebiets funktionieren, und außerhalb der Stadt. Ein Kürzel, das Eingeweihte fließend lesen, ist eine Mauer für alle, die noch nicht im Raum sind.
7. Keine überflüssigen Wörter
Wenn ein Wort gestrichen werden kann und der Sinn erhalten bleibt, streiche es. Jedes zusätzliche Wort ist eine kleine Steuer auf die Aufmerksamkeit der Leser, und die meisten Namen können sich leisten, viel weniger davon zu zahlen.
8. Keine unnötigen Fremdwörter
Greife nur zu einem Fachbegriff oder Fremdwort, wenn es keine klarere einfache Alternative gibt. Entliehenes Vokabular kann einen Namen ernster klingen lassen, während es ihm gleichzeitig Bedeutung für die Menschen nimmt, die er gewinnen soll.
9. Eine Mission, keine Funktion
Der Name ruft zu einer Arbeit auf, die sich ein Mensch vorstellen kann, nicht zu einem Gremium oder einem Titel. „Ausschuss" beschreibt einen Sitzplatz. Eine Mission beschreibt eine Aufgabe.
10. Klingt nicht bürokratisch
Keine Schablonen wie „Ausschuss, Vorstand, Arbeitsgruppe". Diese Formen beschreiben, wie eine Gruppe intern organisiert ist; sie sagen nichts darüber, warum ein Fremder sich dafür interessieren sollte.
11. Zieht Menschen an
Das Thema selbst sollte Menschen genug bewegen, dass sie von sich aus näher kommen. Wenn der Name einen Absatz Erklärung braucht, bevor jemand darauf reagiert, leistet der Name zu wenig von dieser Arbeit.